Fahndungsaufruf nach Anis Amri: 100.000 Euro Belohnung

Polizeibeamte mit Schutzwesten und Maschinenpistolen auf einem Weihnachtsmarkt

Nach dem Anschlag von Berlin werden Weihnachtsmärkte verstärkt bewacht. Bildrechte dpa

Berlin - Nach dem schrecklichen Anschlag mit zwölf Toten in Berlin fahndet das Bundeskriminalamt jetzt öffentlich nach dem verdächtigen Tunesier Anis Amri (24). Für Hinweise, die zur Ergreifung des Beschuldigten führen, ist eine Belohnung von bis zu 100.000 Euro ausgesetzt. 2016 wurde A. als "Gefährder" eingestuft - so werden Personen genannt, denen man einen Anschlag zutraut. 1,78 Meter groß ist er demnach und wiegt etwa 75 Kilogramm.

Anis Amri soll zu den Anhängern des Top-Islamisten Abu Walaa gehören. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen hatte der Tatverdächtige mehrere Identitäten genutzt. Fast 50 weitere Menschen wurden verletzt. Amri wurde bei seiner Ankunft mit einem Fernbus im Sommer 2016 in Berlin festgenommen - aber schnell wieder laufen gelassen! Das Landeskriminalamt habe ein entsprechendes Verfahren initiiert. Die Ermittlungen seien in Berlin geführt worden. Die verdeckte Überwachung lieferte nur Hinweise, dass Amri als Kleindealer im Görlitzer Park tätig sein könnte - einem bekannten Drogen-Umschlagplatz in Berlin. Die Sicherheitsbehörden hätten ihre Erkenntnisse über ihn im gemeinsamen Terrorabwehrzentrum ausgetauscht, zuletzt im November. Laut Informationen der "SZ" hatte er im April 2016 Asyl in Deutschland beantragt, im Juni sei der Antrag aber abgelehnt worden.

► Die für die Abschiebung Amris wichtigen tunesischen Ausweispapiere trafen schließlich doch noch bei den deutschen Behörden ein - am Mittwoch, zwei Tage nach der tödlichen Lkw-Attacke.

Der Tunesier soll 2012 zunächst nach Italien eingereist sein, im Juli 2015 kam er über Freiburg nach Deutschland. "Er war dann nach Baden-Württemberg auch in Berlin und in Nordrhein-Westfalen", sagte Jäger.

Die Polizei fahndet Medien zufolge nach einem Tunesier in Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt.

- Die Papiere des Tunesiers wurden im Fußraum des Berliner Terror-Lkw gefunden.

Es dauert bis zum Nachmittag, bis es überhaupt eine Art von Bestätigung gibt für das, was bis dato aus verschiedenen Quellen im Sicherheitsapparat getröpfelt und dann gesprudelt ist. Nach ARD-Informationen war der Duldungsausweis im Kreis Kleve in Nordrhein-Westfalen an der holländischen Grenze ausgestellt worden.

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur, die Behörde äußere sich nicht zum aktuellen Ermittlungsstand. Dabei handelt es sich um eine von mehreren Alias-Personalien, die der Verdächtige benutzte. Er könnte gewalttätig und bewaffnet sein.

- Ein unmittelbar nach der Tat festgenommener Verdächtiger wurde am Dienstagabend wieder freigelassen.

Zum Tathergang gibt es nach wie vor viele offene Fragen. Die Obduktion der Leiche habe ergeben, "dass der Lastwagenfahrer bis zum Attentat gelebt hat", berichtete die "Bild"-Zeitung am Mittwoch". Es reicht ein Tweet, ein Posting oder ein Online-Artikel, um innerhalb kürzester Zeit eine Lawine der Berichterstattung in Gang zu setzen.

"Es muss einen Kampf gegeben haben", zitierte die Zeitung einen Ermittler. Nach dem Anschlag wurde der Pole tot im Lkw gefunden. Nach dpa-Informationen wurde er mit einer kleinkalibrigen Waffe erschossen. Sie hatte den Angriff für sich reklamiert. Sie wurde aber über die IS-Kanäle im Internet verbreitet, die schon nach früheren IS-Anschlägen verwendet wurden.

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