Berlin hat 2016 deutlich weniger Flüchtlinge aufgenommen

Zahl der Flüchtlinge ist 2016 gesunken Bild AFP

Zahl der Flüchtlinge ist 2016 gesunken Bild AFP

Die Statistik zeige, "dass die Maßnahmen der Bundesregierung und der Europäischen Union greifen", sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland ist 2016 drastisch zurückgegangen - auf nur noch ein Drittel des Vorjahres.

Vorher hat der französische Präsidentschaftskandidat François Fillon angekündigt, dass er feste Einwanderungsquoten einführen will.

Ein Schild des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Etwa 25.000 Menschen seien im vergangenen Jahr in ihre Herkunftsländer abgeschoben worden, während etwa 55.000 freiwillig zurückgekehrt seien.

Die Zahl der Asylanträge sei gleichzeitig aber gestiegen. Mittlerweile wurde das Personal aufgestockt, weshalb nun "alle Anträge in Bearbeitung sind", so de Maizière.

2015 waren dem UN-Flüchtlingsbüro UNHCR zufolge insgesamt etwas mehr als eine Million Menschen über das Mittelmeer nach Europa gekommen - mehr als 850 000 Menschen hatten sich von der Türkei aus über die Ägäis nach Griechenland auf den Weg gemacht.

De Maizière verwies auch auf höhere, wenn auch weiterhin zu niedrigen Rückführungszahlen.

Der bisherige BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise meinte, für Asylbewerber in Deutschland seien die Bedingungen erheblich verbessert, die Wartezeiten verkürzt und Übergänge in den Arbeitsmarkt beschleunigt worden. Alle Flüchtlinge seien registriert, Doppelidentitäten gebe es nicht mehr, erklärte Weise.

Laut de Maizière hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im vergangenen Jahr mehr als 695.000 Asylanträge entschieden.

Die größte Gruppe unter den Schutzsuchenden stellen derzeit die Syrer. Zu den Hauptherkunftsländern zählten 2016 außerdem Afghanistan (17 Prozent) und der Irak (13 Prozent). "Auch das ist sehr viel, viel mehr als je zuvor", sagte der Minister.

Kritik kam von der Linkspartei und der Flüchtlingsorganisation Pro Asyl. Damals kamen etwa 890.000 Flüchtlinge ins Land. Nachfragen, ob der Rückgang der Zahlen nicht einer "Abschottungspolitik" zu verdanken seien, wies er zurück. Weitere 22 Prozent erhielten den untergeordneten subsidiären Schutz.

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