Freigabe für Cannabis als Medizin

Small business marijuana dispensary in Oregon

Freigabe für Cannabis als Medizin

Ob Cannabis für medizinische Zwecke erhältlich sein soll, ist international umstritten. Der Bundestag hat heute einstimmig eine entsprechende Gesetzesnovelle verabschiedet.

Abgeordnete aller Fraktionen stimmten für den Entwurf.

Die Freigabe von Cannabis als Medizin wurde im Bundestag als ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Palliativversorgung gewertet. Die SPD-Gesundheitspolitikerin Mattheis betonte, es gehe darum, Menschen in Ausnahmesituationen zu helfen.

Die Gesundheitsstaatssekretärin Ingrid Fischbach (CDU) erläuterte, dass Schwerkranke etwa nicht austherapiert sein müssen, bevor ein Arzt Cannabis verschreibt. Der Grünen-Abgeordnete Terpe beklagte, Betroffene seien lange allein gelassen worden bei dem Thema. Die Agentur soll das Cannabis dann kaufen und an Hersteller und Apotheken abgeben.

Seit Mai 2011 dürfen zugelassene Fertigarzneimittel auf Cannabisbasis auch in Deutschland hergestellt und von Ärzten auf Betäubungsmittelrezept verschrieben werden. Das Neuregelung sieht vor, dass schwer chronisch Kranke sich unter bestimmten Voraussetzungen künftig auf Kassenrezept mit Medizinalhanf versorgen dürfen. "Ziel ist es, dass die Cannabisagentur ohne Verzögerung ihre Arbeit aufnehmen kann, wenn das Gesetz in Kraft tritt".

Cannabis für Schwerkranke auf Rezept - das gab es bislang nur in Ausnahmefällen. Das soll im März sein. Lediglich zwei Patienten wurde die Erlaubnis für den Eigenanbau von Cannabis erteilt. Öl aus Hanfpflanzen kann über eine Vorrichtung inhaliert werden. Vieles über die medizinischen Wirkungen ist noch nicht erforscht. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass Cannabispatienten, die Auto fahren, keinen Führerscheinverlust fürchten müssen. "Nicht jeder möchte die große Palette vieler kleiner bunter Schmerzpillen austesten, sondern lieber auf natürliche Substanzen wie Cannabis setzen", sagte Tempel. Hier fehlt der Nachweis der Überlegenheit gegenüber den in Studien getesteten Cannabinoiden.

In Österreich sei Cannabis immer noch als Suchtmittel stigmatisiert und für Patienten nur in synthetischer Form als teures Medikament erhältlich, das nur sehr eingeschränkt von der Krankenkasse bezahlt wird, kritisiert Gesundheitssprecherin Eva Mückstein. Die Kosten für die Cannabis-Produkte betragen monatlich nicht selten vierstellige Beträge.

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