Lawinenunglück in Italien: Einsatzkräfte bergen weitere Tote aus Hotel

Italien Weitere Verschüttete am Samstag gerettet

Italien Weitere Verschüttete am Samstag gerettet

"In den vergangenen 70 Jahren wurde noch nie eine Lawine in Betracht gezogen", versicherte der ehemalige Bürgermeister von Farindola, Massimiliano Giancaterino, dessen Bruder im Hotel Rigopiano umkam.

Penne - Ein Hoffnungsschimmer für die italienischen Rettungsteams: Sie haben drei Hundewelpen aus dem von einer Lawine verschütteten Berghotel in den Abruzzen geborgen. Die Hoffnung, unter der meterdicken Schnee- und Trümmerschicht weitere Überlebende zu finden, schwindet zunehmend. Mittlerweile wurden 21 Leichen gefunden, 8 Menschen werden noch vermisst, wie die Präfektur in Pescara am Mittwoch mitteilte. Elf Hotelgäste und Angestellte haben das Unglück überlebt, neun von ihnen konnten am Freitag und Samstag aus luftgefüllten Kammern befreit werden. In dem von meterhohen und tonnenschweren Schneemassen eingegrabenen Hotel Rigopiano in Farindola, rund 180 Kilometer nordöstlich von Rom, werden noch 22 Menschen vermutet.

Die Kritik an den Behörden nimmt unterdessen weiter zu.

Die Medien veröffentlichten am Montag eine E-Mail des Hoteldirektors, in der er schon Stunden vor dem Unglück Hilfe angefordert hatte.

Die Behörden wurden schon Mittwochfrüh - noch vor dem Erdbeben - informiert, dass das isolierte Hotel in Schwierigkeiten sei.

Lange Zeit ermittelte die Justiz, ob Gemeindevertreter bestochen wurden, um beim Ausbau des Hotels alle Augen zuzudrücken. Darin warnte er, die Situation sei "besorgniserregend". Die Region wird seit Monaten immer wieder von schweren Erdbeben erschüttert. Doch offenbar rechnete niemand damit. Auch Experten hielten die Gegend bisher für wenig lawinengefährdet. Es stünde aber erst am Anfang, sagte Staatsanwältin Christina Tedeschini.

Diese hatten die Lawine ausgelöst.

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits am Donnerstag ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet. Sie räumte ein, dass es am Tag der Katastrophe einen "Mangel an Effizienz" und Kommunikationsprobleme gegeben habe.

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