Demütigungen bei Bundeswehr: Rekruten in Staufer-Kaserne misshandelt

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Symbolbild- Bundeswehr

In einem Ausbildungszentrum der Bundeswehr im baden-württembergischen Pfullendorf sind Rekruten entwürdigend behandelt worden. Nachdem Generalinspekteur Volker Wieker einen Sonderermittler nach Pfullendorf entsandt hatte, verdichteten sich die Vorwürfe so schnell, dass für sieben Soldaten die sofortige Entlassung beantragt wurde. "Die Vorgänge in Pfullendorf sind abstoßend und sie sind widerwärtig", sagte sie am Freitagabend am Rande einer CDU-Veranstaltung in Hessen. Interne und bisher geheim gehaltene Ermittlungen hätten ergeben, dass bei der Ausbildung von Kampfrettern (sogenannte Combat First Responder) offenbar sexuell-sadistische Praktiken angewandt wurden.

In einer ersten Unterrichtung für die Obleute des Verteidigungsausschusses des Bundestages heißt es laut Spiegel, die Ausbildung sei "hinsichtlich des Gebotes zur Achtung der Würde des Menschen, der sexuellen Selbstbestimmung und des Schamgefühls unangemessen" gewesen.

Nach Misshandlungsvorwürfen in der Staufer-Kaserne hat die Bundeswehr sieben Soldaten suspendiert. Zuerst hatte "Spiegel online" über die Vorfälle berichtet.

Es geht um den Verdacht auf Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Gewaltdarstellung und Nötigung: Die Bundeswehr wird von einem neuen Skandal erschüttert.

"Viele Sachen sind dazu erfunden", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hechingen über den Artikel im "Spiegel".

Vorgesetzte seien nach derzeitigem Stand der Ermittlungen an den Geschehnissen nicht beteiligt gewesen, erklärte die Bundeswehr. Es habe bereits Versetzungen innerhalb und jenseits des Ausbildungszentrums gegeben. "Das wird noch geprüft", sagte der Sprecher der Anklagebehörde.

Im Oktober 2016 wandte sich dem "Spiegel"-Bericht zufolge ein weiblicher Leutnant aus dem Sanitätsbereich an den Wehrbeauftragten Bartels und direkt an Ministerin von der Leyen". Im Kern treffe allerdings doch zu, dass es sowohl bei den Mannschaftsdienstsoldaten als auch bei der Sanitätsausbildung Untersuchungen gebe. Sie berichtete, dass sich Rekruten bei der Ausbildung vor den Kameraden nackt ausziehen mussten und dabei gefilmt wurden. So würden unter anderem noch Soldaten vernommen.

"Die Vorgänge im Ausbildungszentrum Spezielle Operationen sind nicht zu tolerieren". Angeboten werden unter anderem Lehrgänge für Scharfschützen sowie Führungspersonal von Spezialkräften.

Das Pfullendorfer Zentrum schult nationale und internationale Spezialkräfte. Zudem werden die Soldaten etwa im Nahkampf trainiert oder auf das Überleben und Verhalten in Gefangenschaft oder in isolierter Lage vorbereitet.

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