Weg frei für Abschaffung der Roaming-Gebühren

Reisende können ab Mitte Juni ohne Zusatzkosten im EU-Ausland mobil telefonieren und im Internet surfen

EU - Abschaffung der Roaming-Gebühren nimmt entscheidende Hürde

Nach Ansicht von Miapetra Kumpula-Natri, der Verhandlungsführerin im EU-Parlament, wird mit dieser Preisobergrenze sichergestellt, dass die Netzbetreiber zwar ihre Kosten decken können, der Wettbewerb auf dem europäischen Telekommunikationsmarkt aber weiterhin bestehen bleibt. Während die Endkunden keine Roaming-Gebühren mehr bezahlen müssen, können sich die Telekommunikationsanbieter die Bewirtung von Fremdkunden auch zukünftig in Rechnung stellen. Vertreter des Europaparlaments und der Mitgliedstaaten haben gestern in Brüssel die letzte wichtige Hürde dafür aus dem Weg geräumt. Die EU hatte rund ein Jahrzehnt lang um die Abschaffung der Roaming-Gebühren gerungen.

"Das war das letzte Teil des Puzzles", sagte der für Digitalthemen zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Andrus Ansip.

Für die im Ausland entstandenen Kosten dürfen sich die Telekommunikations-Unternehmen gegenseitig Rechnungen stellen.

Telefonieren Urlauber im Ausland, zahlt der heimische Anbieter dem Auslandsanbieter dafür, dass sein Kunde zeitweise dessen Netz nutzt.

Dafür etabliert die EU nun Obergrenzen von 3,2 Cent pro Minute für Anrufe und 1 Cent für SMS.

Nach Angaben der EU-Kommission dürfen Anbieter ab dem 15. Juni nicht mehr als 7,70 Euro pro Gigabyte Daten voneinander verlangen.

Die Großhandelspreise wirken sich auch auf Verbraucher aus.

"Mobile roaming charges for EU consumers will end on June 15, 2017, enabling them to call and transfer data across borders from another EU member state for the same cost as at home". Im Ausland geben Kunden ihre monatliche Grundgebühr nämlich für ein Datenvolumen aus, das nach Großhandelspreisen berechnet wird. Da die Preisobergrenzen innerhalb der nächsten Jahre sinken, wächst das verfügbare Datenvolumen. Einzelheiten regelt eine EU-Formel.

All diese Regelungen gelten künftig für den Standardtarif. Stattdessen sollen Anbieter einen Missbrauch wie etwa das dauerhafte Telefonieren mit billigen ausländischen Sim-Karten unterbinden können.

Die Deutsche Telekom kritisierte, dass die nun vereinbarte Absenkung weder erforderlich noch verhältnismäßig sei. Diese Entgelte lagen beim Aufbau der Mobilfunknetze in Europa zum Teil weit auseinander. "Letztendlich waren es erst die EU-Abgeordneten, die die Rechte der Verbraucher gestärkt haben".

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