Hollywood-Größe Michael Ballhaus gestorben

Michael Ballhaus ist tot

„Gangs of New York“ und „Die Ehe der Maria Braun“: Kameramann Michael Ballhaus

2014 veröffentlichte Michael Ballhaus seine zusammen mit Claudius Seidl verfassten Erinnerungen "Bilder im Kopf". Und dort hat ballhaus auch sein erstes Foto aufgenommen: 1948, im Alter von zwölf Jahren und mit einer Agfa Box, einem einfachen quadratischen Kasten, der weniger als zehn Mark kostete.

Es war ein berührender Augenblick: Da stand Michael Ballhaus, einer der berühmtesten und meistgefragten Kamerakünstler der Welt, mit Tränen in den Augen auf der Bühne und sagte leise: "Ich bin ja nur ein Kameramann".

Ballhaus starb demnach in der vergangenen Nacht nach kurzer Krankheit in seiner Berliner Wohnung. Er drehte jedoch auch mit zahlreichen anderen Regisseuren. Später war er auch in den USA erfolgreich und drehte zahlreiche Filme unter anderem mit Martin Scorsese, Robert Redford und Mike Nichols. Er arbeite ebenso an Art Haus Filmen wie Action-Streifen mit.

Er war Deutschlands berühmtester Kameramann, arbeitete mit Robert de Niro, Leonardo Di Caprio oder Paul Newman zusammen.

Sein Markenzeichen war die 360-Grad-Kamerafahrt, die als "Ballhaus-Kreisel" in die Filmgeschichte einging, auch wenn er sie nicht erfand.

Ballhaus war drei Mal für einen Oscar nominiert.

Hollywood war bereits die zweite Karriere des gebürtigen Berliners, nachdem er zuvor schon den Neuen Deutschen Film geprägt hatte.

"Der Beruf war mein Traumberuf, meine Passion", hat Michael Ballhaus einmal gesagt; "dass ich dafür auch noch Geld bekam, fand ich manchmal erstaunlich". Er erlebte die Bombenangriffe auf Berlin und zog mit seinen Eltern als Fixsterne einer Theatergruppe ins Fränkische. Nach vielen Reibereien kommt es bei der Romanverfilmung "Berlin Alexanderplatz" 1980 zum Bruch - Ballhaus und seine Frau Helga halten es mit dem "Koks-Monster", wie er in seinen Memoiren schreibt, nicht mehr aus.

Nachdem er als Jugendlicher zum Theaterfotografen der Gruppe wurde, konnte er als junger Mann dem Regisseur Max Ophüls bei dessen Dreharbeiten zu "Lola Montez" assistieren und beschloss, Kameramann zu werden. Mit dem US-Regisseur hat der Kameramann sieben Filme zusammen gedreht. Das klaustrophobische Drama, die Leidensgeschichte der acht Jahre in einem Kellerverlies gehaltenen Natascha Kampusch in Österreich, stieß auf ein eher geteiltes Echo.

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