Wahlsieger Günther schließt große Koalition so gut wie aus

SPD-Landeschef Ralf Stegner stemmt sich gegen die sinkenden Umfragewerte

SPD-Landeschef Ralf Stegner stemmt sich gegen die sinkenden Umfragewerte

Dagegen sieht Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) große Hürden für die Bildung eines "Jamaika"-Bündnisses mit CDU und FDP". Die SPD musste deutliche Verluste hinnehmen. Martin Schulz liegt in Umfragen mittlerweile hinter Angela Merkel. Die Sozialdemokraten beispielsweise wären für sie näher liegende Bündnispartner als die "neoliberale und marktradikale" FDP, wie es die Spitzenkandidatin in Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann, ausdrückt. Die AfD ist nun in 12 von 16 Landtagswahlen vertreten.

"Das ist heute ein bitterer Tag für die Sozialdemokratie, ein bitterer Tag für meine Regierung, ein bitterer Tag für mich", sagte Albig. Der Stimmungstest dort wird einen wichtigen Ton setzen für die heiße Phase im Bundestagswahlkampf. Der SSW, die Partei der dänischen und friesischen Minderheit, bekräftigte am Montag, dass er nur für eine Fortsetzung der abgewählten Küstenkoalition zur Verfügung gestanden hätte. Sie beglückwünschte den CDU-Spitzenkandidaten Daniel Günther zu dem "beachtlichen" Ergebnis bei der Landtagswahl. Das Scheitern der SPD-geführten "Küsten-Koalition" in Kiel macht die Parteistrategen an Rhein und Ruhr nervös. Er wolle nicht mit der AfD reden. Die rot-grün-blaue Küstenkoaltion von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat keine Mehrheit mehr. Einige Fantasie weckt aber schon, dass zumindest rechnerisch sowohl "Jamaika" mit CDU, Grünen und FDP als auch eine rot-gelb-grüne "Ampel" möglich wären.

Für die FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki tendieren die Chancen für eine Ampel mit der SPD gen Null. Die SPD verlor rund drei Zähler und kam auf 27,2 Prozent.

Die SPD kassierte nach dem Saarland in Schleswig-Holstein im Superwahljahr 2017 bereits die zweite Niederlage. Die sind fünf Prozentpunkte schwächer als wir. Ein Regierungsbündnis mit der SPD schließt Wahlsieger Günther so gut wie aus. Die FDP verbesserte sich auf 11,5 Prozent (plus 3,3 Prozent). Die AfD kam aus dem Stand auf 5,5 Prozent der Stimmen. Die Linkspartei verpasste erneut den Einzug in das Landesparlament.

Auch SPD-Chef Martin Schulz hat der CDU gratuliert. Der dortige CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet sagte in Berlin: "Herr Albig hat einen Fehler gemacht, den ich finde, Frau Kraft auch macht: Dass sie nämlich nicht klar ein Bündnis mit der Linken ausschließt". Bei der Nord-CDU wurde bekannt, dass sie nächste Woche Sondierungsgespräche mit Grünen und FDP über eine gemeinsame Koalition in Schleswig-Holstein starten will.

Unter den Landwirten in Schleswig-Holstein konnte die CDU deutlich punkten. Die Wahlbeteiligung steigt auf 64,2 Prozent. Denn die Union kann nach langer Durststrecke in einem Bundesland die Regierung zurückgewinnen. Aufgrund der großen inhaltlichen Unterschiede zwischen Grünen und Liberalen eine Alternative, bei der bei beiden kleinen Partnern die Kompromissbereitschaft arg strapaziert werden dürfte.

Mitarbeiter einer Plakatfirma verladen in Neumünster ein Wahlplakat der SPD. 63 Prozent der Befragten hätten angegeben, von Schulz hätten sie letzter Zeit gar nichts mehr gehört. Der SSW hat dies aber eindeutig ausgeschlossen und sieht seine Rolle nun in der Opposition. Man habe mit einem besseren Ergebnis gerechnet. Es gehe darum, "den Zusammenhalt in diesem Land" zu bewahren. "Das geht nur, wenn die CDU die Landesregierung anführt", sagte Günther vor Beginn einer Präsidiumssitzung der Bundes-CDU mit Kanzlerin Merkel.

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