Zwei weitere Festnahmen nach Manchester-Anschlag

Sie werde am Rande des Nato-Gipfels in Brüssel mit ihm reden, hieß es. Es werde davon ausgegangen, dass US-Geheimdienstquellen forensische Aufnahmen vom Tatort in der Manchester Arena der "New York Times" zugespielt hätten.

Nach dem Anschlag von Manchester waren die Sicherheitsvorkehrungen in mehreren Städten massiv erhöht worden. US-Medien hatten auch als erste den Namen des Attentäters veröffentlicht.

Eine mit den Ermittlungen vertraute Person sagte, der Bau der bei dem Anschlag am Montagabend verwendeten Bombe erfordere ein gewisses Fachwissen.

Zuvor hatte die Polizei nach einem Großeinsatz in Manchester Entwarnung gegeben. Ein Guardian-Reporter schreibt auf Twitter, dass der Alarm wegen eines verdächtigen Pakets ausgelöst wurde, welches mittlerweile sichergestellt worden sei.

Die Reaktion der Politik: Premierministerin Theresa May und Herausforderer Jeremy Corbyn unterbrachen den Wahlkampf für die Parlamentswahl am 8. Juni. Die Bevölkerung solle wachsam sein. Seitdem hat die britische Polizei fünf Männer festgenommen. In Großbritannien gilt die höchste Terrorwarnstufe.

Hinter dem blutigen Anschlag von Manchester mit 22 Todesopfern und mehr als 60 Verletzten steckt offensichtlich ein ganzes Terrornetzwerk.

Mittlerweile wurden im Zusammenhang mit der Tat neun Menschen ergriffen, darunter in Libyen ein Bruder des Attentäters und sein Vater. In einem Kondolenzschreiben an Großbritanniens Innenministerin May zeigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel beeindruckt von den Gesten der Mitmenschlichkeit in Manchester, wo viele Bürger den Opfern geholfen hatten.

Auch die britische Innenministerin Amber Rudd bezeichnete es als wahrscheinlich, dass der 22-jährige Täter Salman Abedi nicht allein gehandelt habe. Je mehr Details zu dem Briten mit libyschen Wurzeln und seinen mutmaßlichen Helfern ans Tageslicht kommen, umso deutlich wird: Der 22-Jährige war wohl nur ein Rad in einem größeren Terror-Getriebe. Hopkins hatte schon am Mittwoch erklärt, "dass es sich um ein Netzwerk handelt, dem wir nachgehen". Das bedeute, dass ein weiterer Anschlag unmittelbar bevorstehen könne, so May. Großbritannien rief erstmals seit 2007 die höchste Terrorwarnstufe aus. Dadurch erhält die Polizei nun Hilfe vom Militär. Laut Regierung werden derzeit knapp 1000 militärische Kräfte zur Unterstützung der Polizei eingesetzt.

Nach dem Anschlag sucht die Polizei weiter nach möglichen Komplizen des Attentäters. In der Nacht gab es weitere Festnahmen. Die Daesh hatte nach dem Anschlag behauptet, der Täter sei ein "Soldat" gewesen. Weitere Details nannte sie nicht.

Bis Donnerstag wurden in Großbritannien acht Verdächtige festgenommen, unter ihnen laut Medienberichten der ältere Bruder Abedis. Seine Familie soll sehr religiös gewesen sein und sich in einer Moschee der Stadt engagiert haben. Rudd sagte, es scheine gesichert zu sein, dass er erst kürzlich aus Libyen zurückgekehrt sei.

Innenministerin Rudd sagte dem Sender BBC Radio 4 noch vor Veröffentlichung der Fotos, die US-Lecks seien irritierend.

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