Terror in der Briten-Metropole: Was wir darüber wissen - und was nicht

Blutiger Anschlag mit Auto und Messer in London

Lieferwagen rast in London in Menschenmenge: Was wir wissen - und was nicht

Wenige Tage vor der Parlamentswahl und knapp zwei Wochen nach dem Bombenanschlag in Manchester ist Großbritannien erneut Ziel eines Terroranschlages geworden. Drei Terroristen hatten am Vorabend bei Attacken auf der London Bridge und am Borough Market mindestens sieben Menschen getötet.

Sieben Menschen wurden getötet, 48 verletzt.

Angaben zu allfälligen Schweizer Opfern lägen bis zur Stunde keine vor: Dies teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Morgen auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit.

Zu dem jüngsten Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Jedoch verwies Rita Katz, Direktorin der auf dschihadistische Propaganda spezialisierten Site Intelligence Group, darauf, dass Anhänger der IS-Terrorgruppe den Anschlag in ihren Foren und Chat-Kanälen feierten und den IS hinter der Tat vermuteten. Der Wagen fährt weiter zum nahe gelegenen Borough Market, einem beliebten Touristenziel. Dann gab es eine Messerattacke auf den nahegelegenen Borough-Market.

Dort seien die Männer dann aus dem Fahrzeug gesprungen und hätten Menschen "geschlagen und mit Messern und Macheten attackiert", hieß es in weiteren Berichten der BBC.

Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden die Angreifer am Borough Market von Sicherheitskräften erschossen - acht Minuten nach Eingang des ersten Notrufs. Die Attentäter hätten Kleidungsstücke getragen, die wie Sprengstoffwesten aussahen. Später stellt sich heraus, dass es sich um Attrappen handelt. Bei diesem dritten Zwischenfall handele es sich aber um eine Messerstecherei, die nichts mit den Attacken zu tun habe. Man gehe davon aus, dass es über die drei erschossenen Verdächtigen hinaus keine weiteren Täter gebe. Man müsse aber noch weitere Ermittlungen durchführen, um dies mit hundertprozentiger Sicherheit sagen zu können, sagte Großbritanniens Anti-Terror-Chef Mark Rowley am Sonntag. Auf Twitter hatte die Polizei die Bevölkerung aufgefordert, das Gebiet zu meiden. Sie sperrte grosse Areale in der Stadt weiträumig ab. Premierministerin Theresa May hat deshalb -so der 'Telegraph' - für Sonntagfrüh den britischen Sicherheitsrat zu einer Sondersitzung einberufen.

Uhr - Nach den regierenden Konservativen kündigt auch die oppositionelle Labour-Partei eine Unterbrechung ihres Wahlkampfs an.

Der Anschlag wurde international verurteilt. "Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit", erklärte Merkel. Sie bekundete den Opfern und ihren Angehörigen ihre Anteilnahme.

Die Regierungschefin erklärte weiter, die Unterhauswahlen würden wie geplant am Donnerstag stattfinden. Die Briten könnten zeigen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen, indem sie am Donnerstag ihre Stimme abgeben.

Das Polizeiaufgebot war bereits kurz nach dem Anschlag sehr hoch. Ende März war der mutmasslich islamistische Attentäter Khalid Masood auf der Westminster Bridge im Zentrum Londons mit seinem Auto in eine Gruppe von Passanten gerast, vier Menschen starben. Vor dem Parlament erstach Masood dann einen Polizisten, ehe er selbst erschossen wurde. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert die Attacke für sich. Am 22. Mai riss ein Selbstmordattentäter bei einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande in Manchester 22 Menschen mit in den Tod. Sie rannten nur rum und versuchten einfach Menschen verletzen. Es gibt knapp 60 Verletzte, darunter viele Kinder und Jugendliche. Die beiden Täter kommen später bei einer Polizeiaktion ums Leben.

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