VfL Wolfsburg sucht Ruhe in der Klosterpforte

Braunschweigs Domi Kumbela ist nageschlagen

Braunschweigs Domi Kumbela ist nageschlagen

Das Relegationsrückspiel in Braunschweig war ein Spiegelbild der gesamten Saison des VfL Wolfsburg.

In der ersten Halbzeit erkämpften sich die Hausherren zahlreiche Topchancen und sorgten dafür, dass die Nervosität bei Wolfsburg immens gestiegen war. Gelb-Rote Karte gegen Sauer (Braunschweig). Da Trainer Andries Jonker ("gibt heute nichts zu feiern") noch am Abend verkündete, dass er sich mit der Vereinsspitze auf die Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit geeinigt habe, könnte es den jungen Sportchef Rebbe treffen, selbst erst seit Winter in verantwortlicher Position, der die Mannschaft mit seinen Zukäufen nicht entscheidend verbessern konnte.

Nach dem 1:0-Sieg und der Rettung des VfL hat Gomez mit den Braunschweig-Fans abgerechnet. Ganz Deutschland habe gesehen, dass Braunschweig ebenbürtig gewesen sei.

Die erste klare Einschussmöglichkeit ergab sich für die Gastgeber in der 13. Minute. Nach der Partie kam es zudem noch zu einem Platzsturm. Eine Minute später hätte Wolfsburg beinahe ein Eigentor erzielt.

Der 31 Jahre alte Gomez hat einiges erlebt in seiner Karriere, die Gesänge gegen sich wollte er nicht kommentieren, wunderte sich aber über die Szenen nach Schlusspfiff. Der anfangs hilflos wirkende Bundesligist schien von der aufgeheizten, bisweilen feindseligen Stimmung - Mittelstürmer Mario Gomez wurde ständig mit Sprechgesängen verunglimpft - sichtlich beeindruckt. Die Eintracht spielte fast in einer Art Powerplay-Modus, versuchte die spielerisch im direkten Vergleich limitierten Mittel durch umso größeren Einsatz wettzumachen.

Sascha Stegmann sieht ein, dass sein Elfmeterpfiff gegen Braunschweig ein Fehler war.

Vieirinhas Treffer nur vier Minuten nach der Pause wirkte wie ein totaler Stimmungskiller im Eintracht-Stadion. "Ich glaube, dass nicht nur mit mir, sondern mit allen Spielern Gespräche stattfinden werden". Die Eintracht war zuletzt 2013 aufgestiegen. Im Nachbarschaftsduell im Relegations-Rückspiel am Montag dürfte es hitzig zugehen. Nach dem Tor spielte Wolfsburg befreit auf, Braunschweig hingegen bekam Probleme.

Aber immerhin: Sein Verein ist mit einem tiefblauen Auge davongekommen, hat den Klassenerhalt geschafft und kann für die 21. Wolfsburger Bundesligasaison planen. Obwohl Böller flogen und eine Rakete in einer Beamten-Gruppe landete, sei niemand verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Unmittelbar vor dem Anpfiff der zweiten Halbzeit zündeten Anhänger im Fanblock der Eintracht am Montagabend Pyrotechnik.

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