Italien stellt weitere Milliarden für zwei Pleite-Banken bereit

Unicredit schließt einen Alleingang bei der Rettung der Veneto Banken aus

Unicredit schließt einen Alleingang bei der Rettung der Veneto Banken aus

Bei der Abwicklung der beiden Regionalbanken verlieren solche Kleinanleger rund 200 Millionen Euro. Im Gegenzug werden Tausende Jobs in beiden Banken gestrichen. Der Anteil Italiens beläuft sich dagegen auf 15,6 Prozent, der dritthöchste nach Deutschland und Frankreich. Dann bleiben noch zwölf Milliarden Steuergeld, die für Anleger und Gläubiger der beiden Pleitebanken gedacht sind. Hört sich unvernünftig an. Italien hat aber behauptet, "dass es für seine Region Venetien relevant ist" und rettet die beiden Institute, erklärt Susanne Knips, die auch Italiens Bankenlandschaft im Auftrag der Helaba beobachtet. Genauso groß dürfte aber auch die Zahl der Kritiker sein, die den Kopf schütteln. Die Regierung in Rom beschloss am Sonntag das Rettungspaket, das die EU-Kommission umgehend billigte.

3900 von mehr als 10.800 Mitarbeitern sollen bei den Pleitegeldhäuser Banca Popolare di Vicenza und Banca Veneto wegfallen.

2016 hatte der staatliche Rettungsfond Atlante 3,5 Millarden Euro in die Veneto Banca und die Banca Popolare di Vicenza gepumpt - ohne Erfolg. 600 Filialen von 960 würden geschlossen.

Intesa Sanpaolo hatte angeboten, die gesunden Unternehmensteile der beiden Bank zum symbolischen Preis von einem Euro zu kaufen. Doch statt sie nach den EU-Vorschriften auf Kosten der Aktionäre, Sparer und Fremdkapitalgeber abzuwickeln, hatte die EU das Vorgehen nach zähen Verhandlungen der italienischen Regierung überlassen - weil die Banken nicht wichtig genug seien für eine europäische Lösung. €. Davon fliessen 5 Mrd. Die übrigen 12 Mrd.

Strittig war, und musste daher politisch entschieden werden, ob auch in diesem Fall eine Bankpleite die gesamte Finanzstabilität gefährdet.

Unterdessen kritisierten deutsche Politiker die Staatshilfen der italienischen Regierung. Geplant ist, dass der Staat den Verlust erstattet, wenn Betroffene nachweisen, dass sie von ihrer Bank falsch beraten wurden. Alle Risiken im Zusammenhang mit der Übernahme hat sie an den italienischen Staat abgegeben.

Die Belastungen für die italienischen Steuerzahler fallen mit bis zu 17 Milliarden Euro weitaus höher aus als bislang erwartet. Erst kürzlich war es in Spanien zu einer Bankenrettung gekommen, bei der keine öffentlichen Gelder fliessen.

"Das ist eine empörende Umgehung der Regeln der europäischen Bankenunion", schimpfte der wirtschafts- und finanzpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, Sven Giegold: "Wie schon beim Stabilitäts- und Wachstumspakt droht nun auch die Unglaubwürdigkeit der EU-Regeln der Bankenunion". Ministerpräsident Gentiloni hatte diese zwei Tage nach dem Beschluss der EZB anberaumt. Die Europäische Zentralbank hatte am Freitag Insolvenzverfahren für Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza angeordnet, da die beiden Institute einem Zusammenbruch nahe seien. Deshalb hatten Regierungen versprochen, den Steuerzahler künftig zu schonen. Das heißt, sie sollen vom Markt verschwinden. Die Geldhäuser leiden unter einem Berg fauler Krediten, da viele Firmen und Verbraucher Darlehen nicht zurückzahlen können. Dort ging es um eine "vorsorgliche Kapitalspritze", weil die älteste Bank der Welt noch als lebensfähig galt. Ein Problem in Italien ist, dass es generell zu viele Banken gibt.

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