Model-3-Produktion: Tesla-Chef macht sich "null Sorgen"

Tesla liefert erste Exemplare des Model 3 aus

Tesla liefert erste Exemplare des Model 3 aus

Tesla hat den eigenen Umsatz im zweiten Quartal 2017 enorm steigern können, zugleich aber auch wieder große Verluste angehäuft. Der Wagen ist als erstes Elektroauto für den Maßenmarkt gedacht. Der Konzern des Milliardärs Elon Musk lieferte gut 47.000 Fahrzeuge des Model S und Model X aus.

Wegen des Produktionsstarts des Model 3, seines ersten Elektroautos für den Massenmarkt, hatte Tesla zuletzt hohe Ausgaben. "Die Leute sollte sich wirklich null Sorgen darüber machen, und ich meine 0, dass Tesla eine Wochenproduktion von 10.000 Stück bis Ende des nächsten Jahres erreichen wird", so Musk im Gespräch mit Analysten im Anschluss an die Veröffentlichung der jüngsten Geschäftszahlen seines Unternehmens. An den Börsen wurden die Zahlen trotzdem begeistert aufgenommen: Die Tesla-Aktie kletterte nachbörslich um fünf Prozent. Der Hersteller hatte mit 47.000 bis 50.000 verkauften Autos gerechnet. Eine Unterversorgung mit neuen Batterien hatte den Fahrzeugbau bis Juni beeinträchtigt. Für das zweite Halbjahr nahm sich Tesla mehr vor. Musk sagte, die Auslieferungen sowohl des Model S wie des zweiten bereits für den Markt in Serie produzierten Modells, Model X, würden sich im zweiten Halbjahr steigern. Am Freitag hatte das Unternehmen die ersten 30 Autos an Mitarbeiter vor dem Werk im kalifornischen Fremont ausgeliefert. Für 2020 wird die Millionenmarke angepeilt.

Tesla-Beschäftigte klagen über ArbeitsbedingungenDoch Negativ-Schlagzeilen trüben die rosigen Zahlen und Aussichten derzeit: Beschäftigte beklagen sich Medienberichten zufolge über geringe Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen. Vorstandsvorsitzender Elon Musk gab in der vergangenen Woche zu, Tesla werde mit dem Model 3 nun "sechs Monate durch die Produktionshölle gehen". In einem Brief an den Verwaltungsrat des Unternehmens forderten jetzt Angestellte Auskunft über die Pläne für ihre Gehaltsentwicklung, die Voraussetzungen für Beförderungen und über Arbeitsschutzmaßnahmen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr rollten lediglich rund 84.000 Wagen vom Band. Dieser sieht sich mit wachsenden Beschwerden von Beschäftigten über die Löhne und Arbeitsbedingungen konfrontiert. Zudem wurde gefordert, dass Mitarbeiter, die eine Gewerkschaftsniederlassung in einer der Fabriken des Unternehmens gründen wollten, keine Repressalien zu befürchten hätten. Es gibt außerdem viele Beschwerden über Arbeitsunfälle. Das Startgehalt liegt bei 18 Dollar (rund 15,20 Euro) die Stunde, während der landesweite Durchschnittslohn in der Autobranche 25,56 Dollar beträgt. Laut Michael Catura, einem der Unterzeichner des Schreibens, senke dies die Moral und es sei "traumatisierend".

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