Usain Bolt verliert sein letztes 100-Meter-Rennen

Gatlin steht wie Bolt im Halbfinale

Gatlin steht wie Bolt im Halbfinale

Gold gewann der mehrfach überführte Dopingsünder Justin Gatlin (9,92) vor seinem Landsmann Christian Coleman (9,94). Also lasst uns loslegen", hatte Bolt vor dem Finale gesagt: "Wenn ich bei einer Weltmeisterschaft antrete, solltet ihr wissen, dass ich vollstes Vertrauen in mich habe. Sieger Gatlin wurde hingegen ausgepfiffen - der US-Amerikaner ist wegen seiner Doping-Vergangenheit unbeliebt. Dicht an seine Fersen heftete sich Usain Bolt, der auf der Bahn neben dem jungen Amerikaner lief.

Sprint-Superstar Usain Bolt hat bei der Leichtathletik-WM in London den Final-Showdown über 100 m am Abend (22.45 Uhr MESZ/ARD und Eurosport) erreicht und sein zwölftes Gold weiter im Visier. Zeigt die Lichtgestalt bei seinem letzten Auftritt Nerven? Doch mit dem Lauf des Rennen konnte Gatlin aufdrehen und holte sich Schritt für Schritt Coleman, den er in den letzten 20 Metern überholen konnte. Der stellt sich Fragen über seinen ehemaligen Staffelkollegen Nesta Carter, bei dem Nachtests von 2008 nun positiv ausgefallen sind, was auch Bolt das Staffelgold aus Peking gekostet hat. Es stand ihm keinerlei Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Der Stadionsprecher beruhigte aber umgehend.

Auch wenn er stets von "hundertprozentiger Zuversicht" sprach, war doch fraglich, wie stark sich Bolt in London wirklich präsentieren wird. Der britische Hochspringer jamaikanischer Herkunft starb nach einem Motorradunfall in Kingston, er hatte zuvor eine Party besucht, auf der auch Bolt war. Ich hatte noch nie jemanden verloren, der mir so nahe stand. Ein Szenario, das einen beklemmt zurücklassen musste. "Mein Trainer hat mir dafür den Freiraum gegeben und die Zeit zu trauern", erzählte Bolt. Das habe ihm geholfen, zurückzukommen. "Und all meine Freunde, die mich in der schweren Zeit unterstützt haben", bekräftigte Bolt. Er siegte nicht. Doch tatsächlich schien die Platzierung an diesem Abend nebensächlich.

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