Großer Hackerangriff auf US-Finanzdienstleister Equifax

Hacker erbeuten Daten von Millionen US-Bürgern

Hacker stehlen sensible Daten

Hacker haben den US-Finanzdienstleisters Equifax angegriffen und Daten von rund 140 Millionen Kunden ausgespäht. Besonders in den Fällen, bei denen neben Kreditkartennummern auch Identifikationsdaten erbeutet wurden, dürften die Hacker leichtes Spiel haben, diese für kriminelle Zwecke zu verwenden.

Die Attacke sei von Mitte Mai bis Juli erfolgt, teilte das Unternehmen mit, das auf die Auswertung der Finanzdaten von Kunden spezialisiert ist, die einen Kredit aufnehmen möchten und es vermittelt als Wirtschaftsauskunftei Daten von Privatleuten und Unternehmen an Geschäftspartner. Die Kombination aus diesen vier Informationen kann Betrügern alle Türen öffnen, indem sie etwa Kredite in fremdem Namen aufnehmen. Mit 143 Millionen Menschen wären mehr als 40 Prozent der US-Bevölkerung vom Datendiebstahl betroffen.

Aufregung entfachte eine Mitteilung von Bloomberg, derzufolge drei Equifax-Manager nur wenige Tage nach dem Hack Teile ihrer Aktienpakete verkauft haben sollen. Ein Sprecher sagte dem "Wall Street Journal", die beiden hätten nur einen geringen Teil ihrer Anteile verkauft und hätten zu dem Zeitpunkt nichts von dem Hacker-Einbruch gewusst.

Es ist indes nicht das erste Mal, dass die Firma im Zusammenhang mit Cyberattacken auffällt. Equifax hat die Aufsichtsbehörden informiert und externe Spezialisten mit einer forensischen Prüfung beauftragt.

Anleger reagierten nervös, die Equifax-Aktie fiel nachbörslich um über fünf Prozent. Es sei allerdings noch zu früh, um die Kosten zu beziffern. Nach Angaben des Unternehmens sind außerdem einzelne Kunden aus Großbritannien und Kanada betroffen, hier sollen weitere Schritte mit den zuständigen Regulierungsbehörden abgesprochen werden. Equifax hat Daten von weltweit mehr als 820 Millionen Verbrauchern und 91 Millionen Unternehmen gespeichert. Zu den Betroffenen zählten demnach etwa Beyoncé, Ashton Kutcher und Mel Gibson, aber auch die damalige First Lady Michelle Obama sowie Ex-Vize-Präsident Joe Biden.

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