Marcel Heße: Kinder-Killer schockt mit Aussage im Prozess!

Kind in Herne getötet: Prozess gestartet

Doppelmord von Herne: Marcel H. widerspricht den Vorwürfen nicht

Marcel H. zeigt sein Gesicht. Dies ist sein erster, aber nicht sein letzter Mord. Sogar seine Verhaftung zwei Tage später in einem Imbiss inszenierte er fangerecht. Der kleine und schmächtige Jugendliche, der deutlich jünger als 19 Jahre aussieht, erschien in einem grauen Pullover und einer weiten Hose vor Gericht. Das Motiv soll Mordlust gewesen sein. Dieser konnte sich noch zur Wohnungstür schleppen, doch H. setzte nach. "Mein Mandant hat mir dazu nichts oder zumindest nichts Nachvollziehbares geschildert.", zitieren ihn lokale Medien. Dem Spiegel zufolge soll Marcel H. erfolglos eine Laufbahn bei der Bundeswehr angestrebt haben, er hatte sich als Zeitsoldat beworben, wurde aber nicht genommen. H., der sich selbst als computer- und spielsüchtig bezeichnet, hatte befürchtet in der neuen Wohnung keinen Internetzugang zu bekommen.

Marcel Heße hat die schreckliche Tat also zugegeben. Von dort hört er die Sirenen der anrückenden Polizeifahrzeuge.

Tags darauf musste Christopher W., 22, ein Bekannter des Angeschuldigten sterben. Die beiden kennen sich vom Berufskolleg und teilen die Leidenschaft für Computerspiele. Was Marcel H.an diesem Morgen umtreibt, fügt der Anwalt dann hinzu: Sein Mandant bitte das Gericht, seine "unangemessene Kleidung zu entschuldigen". Am Montag zuvor soll er seinen ersten Mord begangen haben: Sein neunjähriger Nachbar Jaden F. wurde tot in Marcel H.s Keller gefunden. W. droht die Polizei einzuschalten. 62 Mal sticht er zu, würgt seinen Bekannten. Er posiert mit den Leichen. Vor allem wird aber wohl die Frage im Raum stehen, wie es zu diesen grausamen Taten kommen konnte. In der Wohnung des zweiten Opfers soll er zuvor einen Brand gelegt haben. Laut Anklage soll er den Nachbarsjungen unter dem Vorwand ins Haus gelockt haben, er brauche seine Hilfe beim Aufstellen einer Leiter. Immer wieder rammte Marcel H. sein Klappmesser in den Körper seines Gastgebers.

Die Frau des Imbissbetreibers erzählte der Rheinischen Post: "Er sagte zu meinem Mann: Ich bin der aus dem Internet, ruft die Polizei, ich stelle mich". Tagelang war fieberhaft nach dem Mörder gesucht worden. Doch dann greift er zum Telefon.

Der Angeklagte ließ sich nach Eintreten in den Gerichtssaal minutenlang fotografieren und filmen.

Etwas zu seiner Tat sagen, wird er am Freitag nicht, wie Emde bestätigt. Die Strafkammer hat bis Ende Oktober elf Verhandlungstage angesetzt. Im Gerichtssaal sitzen die Eltern seiner Opfer, sie durchbohren ihn mit Blicken. Eine Woche vor Prozessbeginn gaben sich die Mutter und der Stiefvater das Ja-Wort.

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