CDU lehnt zweites TV-Duell nach Schulz-Forderung ab

Martin Schulz während seiner Ansprache im Willy-Brandt-Haus in Berlin die live im Internet übertragen wurde

Die dünnen roten Linien des Martin Schulz

In der SPD reagierte man empört auf die Absage. Ob er denn wie sein Vorgänger Peer Steinbrück ausschließen werde, einem Kabinett unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) anzugehören, wird Schulz in der Pressekonferenz gefragt. "Das zeugt von mangelndem Respekt vor den Bürgerinnen und Bürgern und der demokratischen Auseinandersetzung", sagte er. Nun hat Martin Schulz öffentlichkeitswirksam erklärt, dass er ein zweites Duell vor der Wahl wolle. Die CDU-Pressestelle teilte am Mittwoch in Berlin mit, ein zweites TV-Duell komme für Merkel nicht infrage. Schulz selbst nahm den Korb gelassen hin.

Im TV-Duell waren Merkel und Schulz intensiv zu Flüchtlingskrise, Integration und Türkei-Politik befragt worden. Dieses Format hat sich bewährt. Und dabei belässt sie es."Merkel hatte sich zuvor auch mit dem Argument verteidigt, dass in Deutschland die Bundeskanzler nicht direkt gewählt werden".

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte am Montag im ZDF-Morgenmagazin zu den Kernforderungen von Schulz, dass viele Punkte in den vergangenen Jahren von der großen Koalition bereits auf den Weg gebracht worden seien. Offensichtlich sei dies nicht der Fall. Diese "Überlappung von Parteiinteressen und Staatsaufgaben, die geht so nicht". Er wiederholte: "Ich stehe zur Verfügung".

Die "Bild" zitiert in ihrer Mittwochsausgabe aus dem Schreiben von Schulz an die Kanzlerin.

In der Tat hatte sich Schulz von vornherein für mehrere TV-Duelle ausgesprochen, was die Kanzlerin aber stets ablehnte. "Merkel traut sich nur in eins". Auf dem Internetportal change.org unterzeichneten bis Mittwochnachmittag mehr als 25.000 Bürger eine Petition mit der Forderung nach einem zweiten TV-Duell.

Seibert war vor dem ersten Duell kritisiert worden, weil er als Regierungssprecher mit über dessen Modalitäten verhandelt hatte.

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