Sturmtief Sebastian sorgt für erste Schäden und Zugausfällen

Orkan und Sturmflut: Herbststurm Sebastian am Mittwoch in Deutschland

Erster Herbststurm der Saison erreicht Deutschland

Orkantief Sebastian hat als erster großer Herbststurm des Jahres den gesamten Norden und Nordwesten Deutschlands getroffen. In Hamburg sind deshalb bereits zwei Menschen gestorben.

In Wyk auf Föhr wurde eine Fußgängerin von einem umstürzenden Baum getroffen und dabei schwer verletzt. Eine Absturzsicherung stürzte auf Passanten. Der 29-jährige Fahrer wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht. Die Ermittlungen dauern an. Auch im Stadtteil Blankenese kam es vermutlich wegen des Sturms zu einem tödlichen Unfall: Ein Mann in einem Rollstuhl wurde laut Medien vom Wind ins Wasser gedrückt. Bei einem dritten Toten, der in Hamburg aus der Elbe geborgen wurde, geht die Polizei inzwischen von Suizid aus.

Im nordrhein-westfälischen Brilon wurde ein 53-Jähriger von einem umstürzenden Baum erschlagen. Der Baum hatte am Rande einer für die Arbeiten geschlagenen Schneise gestanden. "Dachziegel könnten im Einzelfall von Häusern auf Gehwege fallen sowie Äste von Bäumen abbrechen". "Es wird der erste Herbststurm der Saison sein und er bringt für die Jahreszeit ungewöhnlich starken Wind mit", sagt der renommierte Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

Auf dem Höhepunkt des Sturms rückten die Feuerwehren in Schleswig-Holstein und Hamburg im Minutentakt aus, um umgestürzte Bäume, abgerissene Äste und herabgefallene Gerüstteile zu sichern sowie Straßen und Schienen freizuräumen. In Husum wurden vier Leichtbauhallen einer Messe zum Thema Windenergie geräumt. In Berlin rief die Feuer am Mittwochnachmittag wegen der vielen wetterbedingten Einsätze für knapp zwei Stunden den Ausnahmezustand aus.

Kindertagesstätten und Schulen geschlossenFlensburg schloss wegen der Sturmwarnungen die städtische Kindertagesstätten und empfahl den Schulen, ebenfalls zu schließen. Auch in der Mitte und im Süden Deutschlands stürmt es, wenn auch schwächer.

Auch Teile von Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen können Jung zufolge mit Spitzenböen um 100 km/h rechnen, in Richtung Mainlinie seien Böen zwischen 80 und 90 km/h realistisch. Auf dem Brocken im Harz wurden Windgeschwindigkeiten von 149 Stundenkilometern gemessen, auf Helgoland in der Nordsee waren es am Mittag 105 Stundenkilometer. Hinzu komme aber Dauerregen, der sich von Südwesten her bis zur Mitte Deutschlands ausbreite. Dort erwarten wir bis Donnerstagabend aufsummierte Regenmengen zwischen 60 und 90 Litern pro Quadratmeter. Meteorologe Jung prognostiziert: "Mit dem Sturmtief kommt dann noch Regen auf, der besonders vom Saarland bis nach Hessen kräftig ausfallen kann". Am Freitag flaut der Wind der Vorhersage nach deutlich ab, der Dauerregen wird von einzelnen Schauern abgelöst.

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