Nordkorea feuert erneut Rakete über Japan hinweg

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Per TV oder per Handy Japans Regierung warnte die Bevölkerung vor dem erneuten Raketentest Nordkoreas

Das Militär in Südkorea und den USA analysierten die Details des Abschusses.

In allen zwölf japanischen Provinzen und in 617 Gemeinden Japans begann der Morgen mit einem Schreck: Lautsprecher forderten dazu auf, geschlossene Räume aufzusuchen, Sirenen heulten. Sie flog 3700 Kilometer weit und erreichte eine Höhe von 770 Kilometern.

Gemäss dem Militärexperten Joseph Dempsey ist nie zuvor ein Geschoss aus dem abgeschotteten Land weiter geflogen.

Der südkoreanische Präsident Moon Jae In berief eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrats ein, um über den erneuten Test zu beraten. Südkoreas Streitkräfte reagierten auf den neuen Waffentest des Nachbarlandes mit einer eigenen Raketenübung.

Der neuerliche Test einer Mittelstreckenrakete am Freitag erfolgte nur vier Tage, nachdem das wichtigste UN-Gremium per Resolution die Öllieferungen an das weithin abgeschottete Land gedeckelt und die Textil- wie Erdgasexporte verboten hat. Ministerpräsident Shinzo Abe verurteilte ihn als "ungeheuerliche Aktion", die nicht toleriert werden könne: "Die internationale Gemeinschaft muss zusammenkommen und eine klare Botschaft an Nordkorea senden, das den Weltfrieden mit seinen Aktionen bedroht". Auf die Frage nach einer möglichen militärischen Reaktion der Amerikaner, sagte Mattis, darüber wolle er noch nicht sprechen. In Washington wurde US-Präsident Donald Trump über den neuen Raketentest informiert, teilte das Weiße Haus mit. US-Außenminister Rex Tillerson verurteilte die anhaltenden Provokationen aus Nordkorea. Diese fortgesetzten Provokationen führen dazu, dass Nordkoreas diplomatische und wirtschaftliche Isolation nur noch vertieft wird.

Tokio - Trotz Verschärfung der UN-Sanktionen wegen seines jüngsten Atomwaffentests hat Nordkorea erneut eine Rakete über Japan hinweg gefeuert. "Nordkoreas Raketenabschuss ist ein weiterer rücksichtsloser Verstoß gegen UN-Resolutionen und eine massive Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit, was eine globale Antwort erfordert", schrieb Jens Stoltenberg im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er wolle im Namen des japanischen Volkes eine "starke Wut" übermitteln. Die japanische Regierung, die den Raketentest ebenfalls bestätigte, warf Nordkorea eine Provokation vor. Anschließend sei sie rund 2000 Kilometer östlich von Hokkaido niedergegangen. Experten in den USA vermuten, dass es sich wie schon beim Test Ende August um eine Rakete des Typs Hwasong-12 handelte.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte den Test im vergangenen Monat als einen "bedeutenden Auftakt" bezeichnet, um Guam in Schach zu halten. Auch dieses Mal könne es sich wieder um eine solche Rakete handeln, hieß es in Berichten des japanischen Fernsehsenders NHK.

Erst am Montag hatte der UN-Sicherheitsrat den sechsten und bisher größten Atomtest Nordkoreas vom 3. September mit neuen Sanktionen bestraft, ohne dass diese jedoch ein von den USA ursprünglich gefordertes Ölembargo umfassen.

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