Großfahndung nach mutmaßlichem Täter der Bluttat in Villingendorf

Polizei fahndet nach Täter

Polizei fahndet nach Täter Drei Tote nach Schüssen 00:00:23

Eines der Opfer ist sein sechsjähriger Sohn. Sein Vater soll der Täter sein. "Die österreichischen Behörden sind in die Personenfahndung eingebunden, zugleich suchen wir den Tatverdächtigen über Facebook und Twitter", sagte ein Sprecher der Polizei. Er soll in Villingendorf im Landkreis Rottweil gestern Abend drei Menschen erschossen haben, darunter auch seinen 6-Jährigen Sohn.

Die Polizei geht davon aus, dass der Täter weiterhin bewaffnet ist.

Der Polizei zufolge kennen die Beamten die Personalien des mutmaßlichen Täters. Ein Großaufgebot an Polizisten, etwa 100 Mann, durchkämmt den Ort und ein angrenzendes Waldstück - schwer bewaffnet, mit Schutzwesten ausgestattet.

Für 14 Uhr hat die Polizei zur Pressekonferenz in die Turnhalle in Villingendorf eingeladen. Der Tatverdächtige sei zu Fuß oder mit einem Auto auf der Flucht, hieß es von der Polizei. Bisher konnte nur ausgeschlossen werden, dass er sich in der Nähe des Ortes aufhält. Nach der Bluttat in einem Wohnhaus bei Rottweil dürfte der 40-Jährige mit einem Auto geflüchtet sein. Es könnte sich um eine Beziehungstat handeln, so die Ermittler. Von dort aus habe er augenblicklich mit einer Langwaffe auf die Partygäste geschossen. Der Täter habe kaltblütig getötet.

Der Mann und der Sechsjährige waren beim Eintreffen der Rettungskräfte bereits tot. Der neue Partner der Mutter - ein 34-jähriger Deutscher mit Migrationshintergrund - und dessen Cousine starben. Die Mutter und ein Mann seien am Donnerstag mit dem Jungen zur Einschulung gegangen. Die dreijährige Tochter der Cousine habe sich offenbar bewusst im Badezimmer versteckt, so die Polizei. Als die Beamten vor Ort waren, sollen weitere Schüsse in einem nahegelegenen Waldgebiet zu hören gewesen sein. Zu Haftstrafen sei er aber nicht verurteilt worden. Die Tatwaffe stamme vermutlich aus dem Bestand der jugoslawischen Armee. Ihr gelang wie durch ein Wunder die Flucht und sie konnte sich in Sicherheit bringen. Trotz der intensiven Fahndung fehlt von dem Verdächtigen noch immer jede Spur.

Nachbarn hatten am Morgen das Kind noch mit Schultüte gesehen. Möglicherweise war er mit einem Seat Ibiza unterwegs. Unterstützung erhalten sie von weiteren Dienststellen vor allem aus Baden-Württemberg und Bayern; die Nachbarländer Schweiz, Österreich und Frankreich haben die Grenzkontrollen intensiviert. Zu den Hintergründen der Tat wolle die Staatsanwaltschaft nichts sagen.

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