Springer will Anzeigen in türkischen Medien schalten

Deniz Yücel

Deniz Yücel

"Welt"-Korrespondent Yücel ist seit über 200 Tagen in türkischer Haft".

Berlin/Ankara - Der Medienkonzern Axel Springer ("Bild", "Die Welt") will zusammen mit weiteren deutschen Unternehmen Druck auf die Türkei machen, um eine Freilassung des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel und anderer Inhaftierter aus Deutschland zu erreichen".

Axel Springer möchte mit anderen deutschen Unternehmen eine Anzeige in türkischen Medien veröffentlichen. Als erstes hatte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) darüber berichtet. In persönlichen Briefen fordert er die Vorstände aller 30 Dax-Konzerne auf, ihn in einer Solidaritätsaktion gegen die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu unterstützen.

"Deniz Yücel ist ungewollt die Symbolfigur für die Abkehr der Türkei von freiheitlichen und demokratischen Werten geworden", heißt es in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Stellungnahme des Medienhauses. Schließen sich weniger als die Hälfte der Konzernchefs an, habe die Aktion keinen Sinn. Die Reaktionen seien bisher zurückhaltend. So fürchteten Unternehmen Repressionen für ihre Mitarbeiter in der Türkei. "Die Bundesregierung unterstützt diese Initiative, und wir hoffen sehr, dass genügend deutsche Unternehmen, deren Erfolg auf freiheitlichen Werten beruht, die Anzeige inhaltlich unterstützen", so der Konzern. Von einigen Medien gebe es bereits "positive Resonanz", so Axel Springer. Die Botschaft der Anzeige solle lauten: "Rechtsstaatlichkeit, die Wahrung von Grundrechten und Pressefreiheit sind essenziell für den Wirtschaftsstandort Türkei". "Fehlen diese demokratischen Grundlagen, leidet die Wirtschaft". Wegen der Festnahme Yücels und anderer Deutscher hat das Auswärtige Amt seine Reisehinweise für die Türkei verschärft und rät Bundesbürgern zu besonderer Vorsicht.

US-Notenbank leitet Abbau ihres Konjunkturprogramms ein