Razzia und Festnahmen in katalanischer Regierung

Eine Person zeigt vier Finger

Kataloniens Regierungssitz von Polizei durchsucht

Die katalanischn Regionalregierung erklärte, die Militärpolizei habe Josep Maria Jove festgenommen – die rechte Hand von Vize-Regierungschef Oriol Junqueras.

Die Guardia Civil drang nach Angaben der Regionalregierung in die wichtigsten Büros der Regionalregierung in Barcelona ein, die Abteilungen für Wirtschaft und Außenpolitik sowie das Büro von Regierungschef Carles Puigdemont.

Das von der Regionalregierung von Puigdemont ausgerufene Referendum soll am 1. Oktober ungeachtet mehrerer Verbote des Verfassungsgerichts und von strafrechtlichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auch gegen den Widerstand der Zentralregierung durchgeführt werden.

Spaniens Regierung betrachtet die Volksabstimmung als illegal. Auch aus wirtschaftlichen Gründen will Katalonien die Unabhängigkeit.

Vielen Katalanen geht die Autonomie der wirtschaftsstärksten Region Spaniens nicht weit genug.

Die rund 750 Politiker stellen über 80 Prozent aller Rathaus-Chefs Kataloniens. Am Mittwochabend fand an der zentralen Puerta del Sol in Madrid eine Solidaritätskundgebung mit Katalonien statt, an der mehrere Hundert Menschen teilnahmen.

An verschiedenen Orten in Barcelona kam es nach den Durchsuchungen zu spontanen Demonstrationen.

Aus dem Umfeld der beiden katalanischen Spitzenpolitiker wurde bekannt, dass Diplomaten aus den größeren EU-Staaten in Barcelona in informellen Gesprächen klargestellt hätten, dass ein formal nicht korrekt durchgeführtes Referendum keinerlei Chance habe, von Brüssel oder den Nachbarstaaten anerkannt zu werden.

Auch der weltweit bekannte Fußballverein FC Barcelona hat sich in den Streit um das Referendum eingeschalten und stellt sich gegen die Regierung in Madrid.

In einer Regierungserklärung wurde die Polizeiaktion als koordinierte und nicht vom Gesetz gedeckte Aggression gegen die katalanische Regierung bezeichnet, um das Referendum am 1. Oktober zu verhindern.

Demonstranten blockierten am Donnerstagmorgen in Barcelona mehrere Gebäude, in denen die Guardia Civil Durchsuchungen vornahm. Die Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colau, twitterte, es sei ein "demokratischer Skandal", dass Einrichtungen der Regionalregierung durchsucht und Mandatsträger aus politischen Gründen festgenommen würden. Die Organisation der Hafenarbeiter von Barcelona und Tarrogona gab bekannt, dass sie Schiffe, mit denen Polizisten und ihre Ausrüstung aus anderen Teilen des Landes nach Katalonien gebracht würden, nicht abfertigten.

"45 Prozent meiner Kunden sind für die Unabhängigkeit, 45 Prozent dagegen", sagte ein Zeitungsverkäufer.

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