Erpresser will 20 vergiftete Lebensmittel in Läden stellen

Gift Fläschchen | Bild

Erpresser droht mit vergifteten Lebensmitteln

Die Beamten gingen davon aus, dass sie einen sehr skrupellosen Täter verfolgten, sagte Stürmer. Der Täter droht in seinem Erpresserbrief mit Giftprodukten im gesamten Bundesgebiet - auch international wolle er zuschlagen.

Der Mann hat vergangene Woche fünf Gläser mit vergifteter Babynahrung in einem Supermarkt in Friedrichshafen platziert. Der Täter fordert einen "niedrigen zweistelligen Millionenbetrag". Diese wolle er mit einer Substanz vergiften.

Als Schadstoff bei der Lebensmittelerpressung wurde den Behörden zufolge Äthylenglykol (optionale Schreibweise: Ethylenglycol) verwendet worden.

Ministerialrätin Petra Mock vom Verbraucherschutzministerium in Stuttgart erklärte: "Ordnungsgemäß verpackte Lebensmittel in Glasverpackungen haben üblicherweise einen Deckel, der nach innen gewölbt ist aufgrund des Vakuums".

Das Gift schmecke süßlich, 30 Milliliter seien für Erwachsene gesundheitsgefährdend, für Kleinkinder gelten entsprechend geringere mengen. Ethylenglycol müsse aber nicht tödlich sein, wenn rechtzeitig ärztlich dagegen vorgegangen werde, sagte Mock. Es drohten "sehr ernsthafte Gesundheitsgefahren bis hin zum Tod".

"Wir wissen nicht, ob wir es mit einem oder mehreren unbekannten Tätern zu tun haben", sagte der stellvertretende Konstanzer Polizeipräsident Uwe Stürmer auf der Konferenz in Konstanz. "Aus unserer Sicht besteht kein Anlass zur Panik oder Hysterie". Die Polizei habe Fotos von einem noch unbekannten Mann, der in einem Markt Ware ablegt. Der Verdächtige ist mittlerer Größe, schlank und habe einen sportlichen Gang, teilte die Polizei mit. Die Polizei hat Hinweise bekommen, dass der Mann möglicherweise auch bei uns vergiftete Produkte in den Regalen positioniert hat. Besonders auffällig sei ein weisser Sohlenrand an den Sportschuhen des Abgebildeten.

Bis zu 20 Lebensmittel betroffen?

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg verlangte generell eine rasche Kommunikation. Sollten Konsumenten zu Hause eine Manipulation von Verpackungen feststellen, können diese beim Ladengeschäft oder bei jeder Polizeidienststelle abgegeben werden, heisst es in der Mitteilung. Es handle sich um einen "bundesweit bedeutsamen Fall", hieß es.

Bereits am 16. September sei bei den Supermarktketten Aldi, Rossmann, Lidl, DM, Müller, Edeka, Norma, Rewe ein Erpresseschreiben eingegangen.

Immer wieder werden Lebensmittelkonzerne erpresst und bedroht. Die Behörden rieten dazu, auf Beschädigungen an Produktverpackungen zu achten und das Geschäft darüber gegebenenfalls zu informieren.

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